Montag, 2. Februar 2009

"A clone. That'd explain a lot." - Reviews 03/09

H5W erscheint diese Woche zweimal! Hier sind erstmal die Reviews der fehlenden Wochen. Durch den Lieferstau hab ich das ein wenig zusammengefasst (2-in-1) und es wurde wieder eine sehr Marvellastige Angelegenheit...
In der nächsten Episode, die wohl spätestens Mittwoch online gehen wird, wird es aber wieder etwas Abwechslungsreicher. Und: H5W ist dann wieder innerhalb der Deadline, denn die kommenden Reviews werden die Hefte der letzten Woche beinhalten. Nun aber viel Spaß mit den Reviews der Hefte der vergangenen Wochen.


Moon Knight 26 – Marvel – Benson/ Palo, Loughridge

Mike Benson, der ja nun auch schon seinen dritten Story Arc an der Serie beginnt, gibt MOON KNIGHT hier eine Wendung oder neue Richtung wenn man will, die ich so nicht erwartet hätte und der Serie gut tut.

Zuletzt dümpelte MOON KNIGHT kommerziell im unteren Viertel der Diamond Top100 herum und im Dezember flog sie gar da raus. Das mag über die Qualität einer Serie noch nicht viel sagen, aber eine Cancellation scheint damit unausweichlich. Qualitativ war die Serie solides Mittelmaß, nur für Fans unverzichtbar. Aber Benson schein jetzt selber mit der Serie glücklich zu werden und „seine“ Story erzählen zu können. Sein Pitch hat wohl auch die Redakteure überzeugt und Moon Knight vorerst gerettet.

Nach dem Tet-a-tet mit den Thunderbolts im letzt Arc ist Marc Spector tot. Das ist aber nicht so tragisch, denn unser Moonie ist ein Loonie und hat mehr als nur eine läppische Persönlichkeit. Als Jack Lockley ist er jetzt in Mexico unterwegs und hält sich mit Bare Knuckel Fights über Wasser. Dann bekommt er ein Angebot von einem zwielichtigen, mexikanischem Landlord, seine Tochter aus den Händen der mexikanischen Bundespolizei zu befreien. Moonie nimmt an...

Das neue Setting tut der Serie wie erwähnt unglaublich gut. Benson baut seine neue Story gekonnt auf, man findet sich als Leser sofort zurecht und die Frische, die die Serie erhält, steigert das Lesevergnügen. Die Sackgasse, in der sich MOON KNIGHT befand, wurde geschickt aufgelöst.

Jefte Palo am Artwork lässt mein Herz zusätzlich höher schlagen. Er trifft bei mir voll ins Schwarze und gehört für mich zu den Enddeckungen des letzten Jahres. Es sei hiermit allen die Secret Invasion Tie Ins von BLACK PANTHER empfohlen, wo Palo Jason Aarons Story bebilderte,
Aber zurück zu Moon Knight. Palos moderner Strich bläst den letzten Rest Staub von der Serie und sitzt wie ein Maßanzug. Ihm werden aufgrund seines Stils sicher die großen Mainstream Türen verschlossen bleiben, aber an Serien wie Moon Knight ist gut aufgehoben. Definitiv auch ein Mann für das MAX Imprint! Palo und Moon Knight sind im übrigen auch keine Unbekannten mehr, hatten beide doch schon im MOON KNIGHT ANNUAL 1 das Vergnügen.

Die Farben steuerte Lee Loughridge bei und LeserInnen, die regelmäßig meine Revierws verfolgen wissen, dieser Mann gehört zu meinen Favoriten für diesen Job. Auch in diesem Heft zeigt er sein können und setzt auf Palos Art das Sahnehäubchen. Seine Farbpallete hat mich wieder einmal umgehauen. Sehr stylish, aber nie übertrieben und immer passend zur Stimmung. Was ich auch immer wieder toll finde, sind so kleine Effekte, die man mit Farben erziehlt, wenn z.b. der Hintergrund in einer Actionszene plötzlich Rot wird.

Moon Knight #26 ist ein tolles Heft. Übrigens ein perfekter Zeitpunkt um in die Serie einzusteigen und Moon Knight vor der Cancellation zu bewahren. Ach ja, Frank Castle kommt auch vor...

Preview auf marvel.com


X-Factor 39 – Marvel – David/ Delandro, Yeung, Cox

Peter Davids X-Factor ist Gold! Vom Beginn an war die Serie die Stärkste im X-Franchise, neben der damaligen NEW X-MEN und nun X-FORCE. Zuletzt ließ die Serie ein wenig nach, hat sich aber mit dieser Ausgabe endgültig wieder gefangen.

Peter David ist ein Gott!!! Ehrlich! Was habe ich seine Comics geliebt und liebe sie heute noch. Er kann einfach alles schreiben, hat einen sehr speziellen Humor und ist vor allem ein Continuity Fuchs, der es immer wieder versteht, Marvels Universum kohärent wirken zu lassen, wo andere ihr eigenes Süppchen kochen. In X-FACTOR #39 holt er eine dicke Keule raus. Hier endet ein Subplot der vor ca. 20 Heften seinen Anfang nahm und hinterläßt die Leserschaft mit einem Gedanken: OH MY GOSH!!! Da David auf der Recap Seite ausdrücklich darum bittet, nichts zu spoilern, werde ich das auch nicht tun. Soviel sei aber gesagt, der Schockmoment ist wohl geplant, durch und durch schlüssig und bedeutet für das Roster von X-FACTOR einige höchst dramatische Veränderungen.

Das Artwork ist ok. Nicht mehr und nicht weniger. Die Pencils von Valentine DeLandro sind nichts, was mich vor Aufregung zum zittern bringt, erzählen die Geschichte aber solide und sind jetzt auch nicht häßlich oder so.Unaufregende Standartware. Und damit bin auch schon ganz zufrieden, denn Totalausfall Larry Stroman scheint an X-Factor Geschichte zu sein. Die Inks von Craig Yeung sind sehr sauber und holen das Maximum aus den Pencils heraus. Jeromy Cox' Farben könnten ein wenig kräftiger sein, passen aber auch so ganz gut zur Geschichte und prägen ja auch irgendwie den Look von X-Factor. Cox dürfte einigen von seinen Arbeiten an AMAZING SPIDER-MAN oder auch an Brian Reeds DMZ bekannt sein.

Wer X-FACTOR nicht liest, dem entgeht eine der besten Team Serien derzeit. Mit Nummer 39 bietet sich auch eine gute Möglichkeit mal in die Serie reinzuschnuppern.

Preview auf comicbookresources.com


Amazing Spider-Man 584 – Marvel – Gugenheim/ Romita jr., Janson, White

Marc Guggenheim.

John Romita jr. .

Amazing Spider-Man.

Any Questions?















Interviews mit Wacker, Guggenheim und Previews auf Newsarama.com






The Mighty Avengers 21
– Marvel – Slott/ Pham, Miki, Keith

Bendis tritt also eine Avengers Serie ab ( und hat dafür eine neue) und Dan Slott wird von Avengers:The Initiative zu den Mightys befördert. Das ist doch ein prima Deal. Und Dan Slott, ein zugegebenermaßen mittlerweile nicht mehr so unterschätzter Fanpleaser, ist eine richtig gute Wahl.

Das erste Mal, seit Bendis die Avengers disassembelte, darf man ein klassisches Avengers Heft in den Händen halten. Es liegt mir fern Bendis zu bashen, ich liebe diesen Kerl, aber ich kann trotzdem viele Rächer Fans verstehen, denen die Bendis'sche Richtung nicht passte. Nun, hier gibt es alles, was in einem Rächer Heft sein sollte. Eine globale Bedrohung, ein neues, starkes Team aus klassischen Rächern, aber auch neueren Figuren. Besonders freut es mich, dass Amadeus Cho eine gar nicht so kleine Rolle spielt. Richtig so, nur so werden Charaktere in einem Universum verankert. Auch über U.S.Agent John Walker freute ich mich sehr. Alles in allem ein prima Team mit dem echten Hank Pym als Leader, der hier nun in seiner neuen Rolle als Wespe auftritt. Das die Scarlett Witch nun zurück im MU ist, geht bei soviel Freude über die anderen Charaktere fast ein wenig unter.

Die Art, wie das Heft aufgebaut ist, erinnert an eine typische Nummer 1, Marvel macht aber meiner Meinung nach keinen Fehler, die Serie mit der Nummerierung weiter laufen zu lassen. Slott ist wie geschaffen für eine Serie wie die Avengers, das stellte er schon mit AVENGERS:THE INITIATIVE unter Beweis. Seine Arbeit hier schließt nahtlos an die hohe Qualitatät dieser Serie an. Er hat genug Kentniss von der Geschichte des MU und seiner Charaktere, um Fanboys wirklich glücklich zu machen und spannende, witzige Geschichten zu schreiben, die koheränt sind und ins MU passen. Kein Rächer Freund wir hier enttäuscht sein!

Koi Pham ist ja nun auch schon seit Heft 14 „Stammzeichner“, unterbrochen jeweils für eine Nummer von JRjr. und Lee Weeks und somit eine feste Größe und etabliert an einem Flagship, nach wirklich tollen, kleinen Runs an X-FACTOR und INCREDIBLE HERCULES. Er wirkt trotz gleichen Inkers ein wenig anders als zuletzt. Gewechselt hat auf jeden Fall der Colorist. Jason Keith hat den Job von Dean White übernommen. Schöne, kräftige Farben im klassischen Superhelden Look. Erwähnt sei auch Letterer Dave Lanphear. Ich ignoriere ja Letterer traditionell in diesen Reviews, obwohl ihr Job extrem wichtig und unterschätzt ist. Mein Gruß geht heute also an alle Letterer. Dave Lanphear ist mir deshalb eine spezielle Erwähnung wert, weil er die verschiedenen Arten zu sprechen verschieden lettert. Das ist natürlich nicht bahnbrechend neu, aber Lanphear treibt es hier elegant auf die Spitze. Ich habe acht unterschiedliche Word Balloons gezählt. Dazu kommen noch die Captions. Das ganze verwirrt aber nicht, sondern begünstigt sogar den Lesefluss.

Mighty Avegengers 21 ist ein Heft, das allen Freunden klassischer Superhelden Geschichten gefallen wird. Dan Slott bereichert damit die Franchise wieder um eine Facette, die vielen LeserInnen lange gefehlt hat.

Previews auf newsarama.com


X-Men and Spider-Man 3 – Marvel – Gage/ Alberti

Diese Mini ist seit der ersten Ausgabe ein Volltreffer. Nummer 3 hat aber für alle zwischen 25 und 35 einen besonderen Reiz, denn dieses Heft spielt in den 90ern und damit in einer Zeit, in der ein Großteil jener LeserInnen comicmäßig sozialisiert wurden.

Meine ersten Berührungen mit Marvels Capes machte ich mit Geschichten der späten 80er/ frühen 90er, aber jener Zeit, der in dieser Ausgabe gehuldigt wird, ist doch am präsentesten. Das hat vor allem damit zu tun, das Marvel Deutschland da groß raus kam. Lange Rede, kurzer Sinn. BEN REILLY!!! Wer hätte gedacht, das mir dieser Name mal eine solche Freude bereiten würde! Damals hab ich das alles gehasst, aber Rückblickend war es doch eine aufregende Zeit. Auf jeden Fall haben wir es hier mit Ben Reilly Spider-Man zu tun und es ist einfach herrlich und auch herrlich anzusehen. Artist Mario Alberti zeichnet die Kostüme dieser Zeit fantastisch und Spidey in der Reilly Variante sieht super elegant aus. Das habe ich gar nicht mehr so in Erinnerung. Aber auch Cyclops gefällt mir ausgesprochen gut, obwohl ich dieses Kostüm nie mochte. Und da wir in den Neunzigern sind und wir eine Spidey Story haben, darf natürlich ein Villain auch nicht fehlen: Carnage!

Cage setzt seine Mini gekonnt fort, behält seinen roten Faden und huldigt dennoch ausgiebig einer weiteren Epoche. Dabei wird aber nicht ein Retcon nach dem anderen vollzogen oder irgendwas geändert. Cage geht mit der Historie/ Kontinuität des MU respektvoll um und bereichert diese nur anstelle sie umzukrempeln. Super Sache!!! Das Artwork von Mario Alberti ist eine Wucht. Die Kostüme sehen wie erwähnt bei ihm toll aus, aber auch der Rest beeindruckt mich, vor allem wenn man bedenkt, das er dies im Alleingang bewerkstelligt. Gutes Storytelling, eine wunderschöne Splashpage und vor allem mal ein anderer Look. Das er sich so toll in diese Epoche reindenkt ist umso schöner. Ich habe auch das Gefühl, das so manches Seitenlayout den Neunzigern entlehnt ist.

Ich möchte die neunziger auf keinen Fall zurück, aber so ein kleiner, nostalgischer Blick macht doch großen Spaß. X-Men and Spider-Man ist eigentlich ein Muss für jeden Marvel Zombie.

Previews auf marvel.com

Freitag, 16. Januar 2009

"Team-ups happened for one very simple reason.They were fun" - Reviews 02/09

Mit diesem Eintrag sollte H5W eigentlich endgültig back on the track sein, also wieder brandaktuell. Das heißt, das in der nächsten Woche die Reviews der Hefte dieser Woche erscheinen sollten. Leider gab es in den USA Probleme mit der Spedition, was in meinem Fall heißt, die Hefte sind in den USA liegengebleiben und werden wohl im Laufe der nächsten Woche eintrudeln!
So kann's gehen.


Punisher War Journal 26 – Marvel – Fraction/ Macdonald, Filardi

PWJ hatte wahrscheinlich mehr Kritiker als Fans. Für mich funktionierte die Serie immer dann am besten, wenn sie sich nicht so ernst nahm und zeigte, wie dämlich, albern und absurd eigentlich die meisten (B) Superschurken des Marvel Universums sind. Versuchte Fraction aber der Serie einen etwas ernsthafteren Anstrich zu geben, verloren die Hefte an Qualität.

Nachdem ich mich durch den letzten (Achtung! Schlechtes Wortspiel) Arc doch arg quälen musste und auch die SI Tie Ins nicht so richtig zünden wollten, war die Nummer 26 nochmal eine kleine Offenbarung für mich. Im letzten Heft der Serie besinnt sich Fraction auf die Stärken seines Konzeptes und präsentiert uns einen sehr charmanten, witzigen Weihnachts One Shot der die Qualitäten des PWJ noch einmal zusammenfasst.

Heiligabend. Frank Castle verbringt die Nacht damit, in eisiger Kälter mit einer auf die Straße gerichteten Catling Gun 5 kleinkriminelle Loser zu beschatten, die in Besitz des Stilt Man Anzuges gekommen sind und sich nun streiten, wer den Anzug nutzen darf. Im Laufe der Geschichte taucht auf diesem Dach Rhino auf, der dort oben die Tauben von Adrian Toomes füttert. Zwischen den beiden beginnt eine Diskussion, was denn nun die Misson des Punishers wäre, die Schuldigen bestrafen oder die Dummen?

Ein großartiges Heft, das man auch mit Freude lesen kann, wenn man die Serie bisher nicht verfolgte. Es gibt zwar ein paar Continuity Bezüge, die das Ganze noch spaßiger machen aber nicht wirklich wichtig sind. Fraction zieht hier nochmal schön vom Leder, serviert eine schmissige Geschichte voll grotesken Humors und beschehrt uns einen Blick darauf, wie absurd viele dieser B-Schurken sind. Stilt Man? Ein Typ auf riesigen Stelzen? Rhino? Ein erwachsener Mann in einem Nashornkostüm? Und nicht zuletzt auch Frank Castle, an Heiligabend, auf der Lauer, mit einer Minikanone.

Das Artwork von Andy Macdonald (Pencils/Inks) und Nick Filardi (Colours) gefiel mir auch sehr gut. MacDonalds gekonnte Mischung aus Cartoony Style und Realismus passt wie angegossen zur Story. Er beweißt zu dem auch großes Gespür für den absurden Humor und die Situationskomik des Scripts. Die Coloration von Filardi gibt dem Artwork den letzen Schliff.

Alles in allem ein überzeugender Abschluss für eine doch durchwachsene Serie.

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Kick Ass 5 – Icon – Millar/ Romita Jr., Palmer, White

Kick Ass #5. Ich hab schon gar nicht mehr daran geglaubt. Satte 3 Monate Delay. Das sind schon Dimensionen von Allstar Batman. Trotz dieser immensen Verspätung wird wohl auch das 5. Heft seine KäuferInnen finden.

Mark Millar setzt seine Story geradlinig fort und dennoch muss ich gleich mal mit der Kritik ins Haus fallen. Die Serie wurde ja von geplanten 6 auf nun 8 Hefte erweitert. Grund dafür war wohl vor allem der Movie Deal. Nun bin ich mir ziemlich sicher, dass ohne diesen vorzeitigen Deal die Hefte halbwegs pünktlich und die Story kompakter gewesen wäre. Denn wie wir uns erinnern, Heft 1 zeigte unseren Helden in einer für ihn unkomfortablen Situation und die Story erzählt uns nun wie er dahin kommt. Nun führt Millar einen weiteren Charakter ein, der mir so vorkommt, als wäre er ursprünglich nicht geplant gewesen. Lange Rede, kurzer Sinn: vielleicht wäre es in Zukunft besser, erstmal einen Arc zu veröffentlichen, bevor man einen Moviedeal abschließt. Und laut comicsbulletin.com ist auch ausnahmsweise JRjr., normalerweise einer der schnellsten der Branche und ein Deadline Garant, für diese extreme Verspätung mitverantwortlich, da er zwischendurch an einer animierten Sequenz für den Film mitarbeitete und so seine Pencils nicht fertig bekam. Tom Palmer und Dean White haben in der zwischenzeit wiederum andere Projekte bei Marvel in Angriff genommen, die dann, als die Pencils kamen, auch erstmal fertiggestellt werden mussten. So kam eins aufs andre. Nun scheint die Serie aber wieder bereit für eine pünktliche Veröffentlichung.

Trotz aller Kritik kann ich mich aber den stellenweise katastrophalen Reviews (CBR) nicht anschließen. Ich habe #5 genauso verschlungen wie die Hefte davor. Das Heft ist gut erzählt und der Humor köstlich. Die Story entwickelt sich weiter und nun geht es wohl auch langsam Richtung Show Down. Insgesamt waren vor allem die letzten beiden Hefte schon ein Quäntchen besser, aber auch Heft 5 bietet immer noch hervorragende Unterhaltung mit einem unverbrauchten Konzept innerhalb des Superheldengenres.

Das Artwork ist nach wie vor großartig. John Romita jr. ist für mich einer der größten überhaupt. Duch diese Fanbrille bin über jedes Heft von ihm sowieso dankbar. Aber auch Leute, die seinen Stil nun nicht so mögen, kommen wohl nicht umhin, ihm ein sensationelles Storytelling zuzustehen.
Die Inks von Veteran Tom Palmer und die Farben von Dean White stehen Romitas Pencils ausgezeichnet.

Von mir gibt es nach wie vor den Daumen straff nach oben für Kick Ass. Die Delays sind natürlich unter aller Sau. Mich stört das nun nicht so gewaltig, wenn am Ende die Qualität stimmt, aber ich kann Leute auch verstehen, für die das ein große Sache ist.

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Incognito 1
– Icon – Brubaker/ Phillips, Staples


Dieser Brubaker. Marvel tut gut daran, ihm seine Creator Owned Serien auf Icon zu gönnen. Denn diese sind natürlich ein Zugeständnis an einen verdienten Autor, aber sorgen ja auch zu Recht für Aufmerksamkeit und ordentliche Auflagen. Brubakers CRIMINAL, auch im Team mit Simon Phillips und Val Staples, war kommerziell nicht so ein Erfolg wie Millars KICK-ASS, aber für eine düstere Krimi Geschichte hatte die Serie doch sensationelle Zahlen und, auch nicht ganz unwichtig, wurde mit Lob und Preisen überhäuft.

Mit INCOGNITO nähern sich Brubaker und Phillips wieder einem Terrain, das beide gemeinsam schon in SLEEPER bearbeiteten und vorher von Brubaker mit anderen Artists in POINT BLANK nicht unbedingt erfunden, aber doch in eindrucksvoller Weise aus der Versenkung geholt wurde. Düstere „Hard Boiled Noir Crime Stories with Superpowers“. Yeah!

Der Held der Serie ist Zack Overkill. Ein verurteilter Supervillain, der in früheren Jahren mit seinem Bruder zusammen hunderte Überfälle veranstaltete und dabei den Tot Unbeteiligter in Kauf nahm. Nun führt er dank des Zeugenschutzprogrammes eine trostlose Existenz, arbeitet nine-to-five in einem Büro und vegetiert so vor sich hin. Durch Medikamente werden seine Superkräfte unterdrückt. Auf Rat seines ehemaligen Bewährungshelfers geht er ein wenig unter Leute und tut so als hätte er Spaß. Irgendwann greift er zu Drogen. Zufällig heben die Drogen die Wirkung seiner Medikamente auf. Im Rausch seiner wiedergewonnen Kräfte huscht Zack über die Dächer, sich der Gefahr bewusst, dass, sollte das FBI davon Wind bekommen, er auf dem besten Weg ins Gefängnis ist. Zufällig bekommt er den Versuch einer Vergewaltigung mit und greift ein....

INCOGNITO rockt! Brubaker erzählt die Geschichte routiniert und sehr atmosphärische aus Sicht seines Charakters. Ein paar Seiten reichen und man ist mitten im Geschehen. Brubaker hat schon immer tolle Charaktere geschrieben/ erfunden und Zack Overkill ist wieder so einer. Eigentlich ist der Typ ein Arsch, ein Krimineller, kein Mörder zwar im engeren Sinne, aber mit einigen Leuten auf dem Gewissen und anderen Leichen im Keller und einer fragwürdigen Moral. Am Anfang der Storie erschleicht sich Zack Sex mit einer Kollegin, die ihn eigentlich hasst, in dem er sich als jemand anderes ausgibt. Die Kollegin ist zu betrunken um das zu bemerken. Was wie ein Kavalliersdelikt oder Schelmenstreich wirkt, erfüllt in Deutschland den Tatbestand einer Vergewaltigung! Trotz dieser Verfehlungen ist Zack der Sympathieträger. Reife Leistung, Mr. Brubaker. So ausgefeilt wie seine Charaktere, sind die auch die Captions des Narrators Zack und die Dialoge.

Simon Phillips Artwork passt perfekt zu dieser Art von Geschichte. Er und Bru sind ein eingespieltes Dreamteam, da bin ich mir auch ziemlich sicher, das Phillips auch Einfluss auf die Entwicklung der Geschichte hattte, der über den üblichen Rahmen eines Zeichners hinausgeht. Er findet immer die richtigen Bilder, das Storytelling ist genial. Val Staples ist aus dem Team auch nicht wegzudenken. Seine Farben geben dem Artwork den richtigen Ton. Obwohl Staples sehr knallige Farben benutzt und auch ein wenig stilisiert wirken sie realistisch und düster.

Als Anhang gibt es noch ein Editorial von Bru und einen doppelseitigen Artikel über den alten Pulp Helden The Shadow von Jess Nevins, dem Author des 2009 erscheinenden THE ENCYCLOPEDIA OF PULP HEROES.

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Wolverine 70 – Marvel -Millar/ McNiven, Vines, Hollowell

Liest man im Internet diverse Messageboards, Blogs etc., kann man zu der Meinung kommen, dass der aktuelle Arc von Millar an Wolverine große Grütze ist. Reduziert man jetzt aber das Erlebnis Comic auf den Kern, nämlich auf den Unterhaltungswert eines Heftes oder einer Story, so muss ich Millar zugestehen: mission accomplished!

Ich finde die Idee eines gealterten Wolverines in der Zukunft, der in Traditon des unvergessen UNFORGIVEN der Gewalt abschwor und nun aber zu einer letzten Reise aufbrechen muss, sehr reizvoll.
Millar versucht auch gar nicht seine Story mit Pseudotiefe zu kaschieren, sondern erzählt uns geradlinig seine Story in Blockbuster Manier. Das kann sehr sympathisch sein in Zeiten gewollter Symbolik hier und unnützem Geschwurbel da. Nun haben wir LeserInnen uns natürlich seit dem Anfang der Geschichte, immerhin 4 Hefte und 8 Monate, gefragt, warum Wolverine seine Klauen nicht mehr zeigen will. Was geschah mit Logan am Tag, als die Helden starben? In diesem Heft lüftet Millar nun das Geheimnis. Ich will nicht spoilern, aber was Wolverine da Hawkeye erzählt ist sehr dramatisch. Auf den letzten drei Seiten des Heftes setzt unser Pärchen die Reise durch die USA dieser Tage dann fort, was zu einem zugegebener Maßen äußerst dämlichen Cliffhanger führt.

Das Heft ist schon gut, und Millars Erzählung von Wolverines „Vergangenheit“ ist großartig. Der Schluß ist es leider nicht. Drei Hefte hat Millar jetzt noch. Dort sollte er aber noch einmal ein paar Twists parat haben.

Das Artwork ist aber eigentlich der Hauptgrund, warum es diese Hefte so oft in meine Auswahl schaffen. McNiven liefert hier mMn den besten Job seiner Karriere ab. Das ist schon sensationell. Die Szenen aus der Vergangenheit sind auch sehr drastisch illustriert. Ich höre schon den Aufschrei! Zu blutig, viel zu brutal, Effekthascherei.... Nun, das drastische Gewaltdarstellung oft Storylöcher überdecken soll oder ihrerselbst Willen benutzt wird, ist kein Geheimnis. Aber hier unterstreicht das blutige Geschehen Logans traumatische Erfahrung und dient damit der Story. Und, hey, das ist ein Typ mit riesigen, rasiermesserscharfen Krallen an den Fäusten. Was passiert wohl wenn der sich boxt? Dexter Vines inkt die Pencils von McNiven und verleiht ihnen zusätzlich Schönheit. An den Farben von Hollowell gibt es auch nichts zu meckern.

Leider ist McNiven nicht der schnellste, was seit einigen Ausgaben zu erheblichen Delays führt. Marvel macht dennoch alles richtig, niemanden aushelfen zu lassen, denn das Ergebnis lohnt die Warterei. Wie gehabt, Leute die sowas nicht abkönnen, sollten auf das Trade warten. Das Trade sollte sich aber auch für Leute lohnen, die Wolverine nicht so verfolgen, denn die Geschichte handelt schon jenseits aller Continuity und kann, bis jetzt jedenfalls, auch so für sich stehen. Wo sich wieder der Kreis schließt. Denn die Jammerfraktion kann dieses Werk dann auch gekonnt ignorieren. Ob sie das tut?

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The Invincible Iron Man #9 – Marvel – Fraction/ Larroca, D'armata

Und wieder einmal Iron Man. Matt Fraction macht genau das richtige aus dem neuen Status Quo und lässt den verwöhnten Pimp of S.H.I.E.L.D. mal so richtig durch die Hölle gehen.

Recap: Osborn ist ja nun die große Nummer. Damit diesem Wahnsinnigen nicht die Geheimnisse von StarkTech und die Identitäten der registrierten Helden in die Hände fallen, hat Tony alle Daten gelöscht und nur ein Back Up in seinem dank Extremis recht speicherfreudigem Gehirn hinterlassen. Aus Angst, Osborn könnte sich dieses Back Up irgendwann zu Nutze machen will er auch dieses löschen....

Fraction serviert uns wieder ein völlig schlüssiges Heft und manövriert die Serie in eine zunehmend nerdigere, aber auch dunklere Ecke. Der erste Arc war recht lose mit dem MU verknüpft und sollte wohl vor allem vom Film profitieren, war aber qualitativ über jeden Zweifel erhaben. Dann folgte ein ziemlich cooler Spider-Man One Shot. Nun also die sehr ins aktuelle Geschehen eingebundene Story. Das tut der Serie auch wirklich gut. Spider-Man kocht sein Süppchen, Captain America schon seit einiger Zeit, Daredevil sowieso, etc, etc. Mit Iron Man haben wir mal wieder eine Solo Serie mit einer „großen“ Figur die auch tatsächlich im MU zu spielen scheint.
Aber nicht nur der Continuity wegen macht die Serie Spaß. Fraction etabliert neben Stark Maria Hill und Pepper Potts als starke, wichtige Nebencharaktere. Man könnte auch sagen, diese Drei sind die Hauptpersonen. Hill und Potts bekommen wirklich Leben eingehaucht. Potts hatte in der Serie schon einige gute Momente und das Hill jetzt immer wichtiger wird ist ein toller Kniff. Überhaupt Hill. Noch vor ein paar Monaten diese ungeliebte S.H.I.E.L.D. Bitch, wird sie immer sympathischer, ohne das es aber out of Charakter wirkt, sondern als nachvollziehbare Entwicklung. Diese Hill ist ein Juwel!
Zu diesem Trio gesellt sich Norman Osborn als Baddie. Er ist fies, er ist mächtig und unsere Trinity ist ihm ausgeliefert.

Über Salvador Larroca hab ich ja schon einiges gesagt. Solides Artwork, aber nichts für Art Junkies.
Unaufgeregt, gutes Stroytelling und immer pünktlich. Ich habe so das Gefühl, dass er mit Iron Man ein zu Hause gefunden hat und wir noch die ein oder andere Nummer von ihm sehen. Ich kann mir auch gerade keinen besseren vorstellen. Der Look passt! Dafür sorgen auch die Farben von Frank D'Armata. Approppo Farben. Mir gefällt sehr gut, dass die Uniformen der H.A.M.M.E.R. Feldtruppen die alten Koboldfarben haben. Das ist sicher eine redaktionelle Entscheidung, sollte es von D'Armata kommen: Respekt!!!

Dark Reign hat Iron Man nochmal so richtig in Fahrt gebracht.

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Dienstag, 13. Januar 2009

H5W Extra - The Walking Dead Vol.9 TPB

The Walking Dead Vol.9 TPB – Image – Kirkman/ Adlard, Rathburn



Endlich!!! Nach elend langer Wartezeit erschien nun das neunte Trade von The Walking Dead.

Robert Kirkmans Serie überschritt letztes Jahr die 50. Ausgabe und eben jener „Arc“ der Hefte 49-54 sind in dieser Ausgabe gesammelt.

Nach den schockierenden Ereignissen des letzten Trades nimmt Kirkman erstmal die Fahrt ein wenig raus. Die Überlebenden des letzten Gemetzels dürfen ihre Wunden lecken und sich erstmal sammeln. Dabei kommt es zu interessanten neuen Blickwinkeln. So wird Carl, der Sohn der Hauptfigur Rick, weiter entwickelt. Vom zu beschützenden Kind wird er ein handelnder Charakter.

Erfrischend wirkt auch, das Kirkman den Ort der Handlung ändert. War das Gefängnis in dem sich die Gruppe aufhielt seit der Ausgabe #13 ihr zu Hause, so gibt es jetzt einige Veränderungen in dieser Hinsicht.

Und als wäre das nicht genug an Veränderungen führt der Autor einige neue Personen ein. Diese bringen die Handlung am Ende des Trade dann wieder gehörig in Fahrt und es gibt einige Andeutungen auf eine große Enthüllung....

Kirkman tut Recht daran, nach den bestürzenden Geschehnissen des letzten Trades die Serie erstmal in ruhigere Gewässer zu schippern. Es ist äußerst interessant zu sehen, wie z.b. der junge Carl mit der Situation umgeht oder wie Rick seine Erlebnisse und Verluste verarbeitet. Man wirft dem Author oft vor, zu sehr seine Schockeffekte in den Vordergrund zu stellen und diese um ihrer Selbst willen einbaut um Aufmerksamkeit zu erheischen, also die klassische jump-the-shark Methode. Nicht nur, dass ich da anderer Meinung bin und diese Momente meist als wohl dosiert und der Story dienlich empfinde, in diesem Band beweist er einmal mehr, dass er auch ruhige Moment für Überraschungen und erstaunliche Charkterentwicklungen zu nutzen vermag. Denkt bei der Auflösung der Telefonszene an meine Worte!

Das Kirkman seine Charaktere aus der „sicheren“ Umgebung des Gefängisses ins Unbekannte schickt, ist an dieser Stelle genau der richtige Schachzug, ebenso wie die Einführung neuer Charaktere. Man weiß bei diesem Typen sowieso nie woran man ist und er überrascht LeserInnen immer wieder gern, aber das neue Setting gibt der Serie doch auch wieder etwas mehr Frische.

Das S/W Artwork ist seit Ausgabe Heft #7 bei Charlie Adlard (Pencils/Inks) in sicheren Händen. Es fürht perfekt durch die Geschichte.Er findet immer die richtigen Bilder, sei es um einen ruhigen Moment zu illustrieren oder einen schockierenden. Das Ensemble der Charaktere ist gut zu unterscheiden und die Zombies sehen verdammt gruselig aus. Hatte ich bei früheren Bänden oft das Gefühl, dass Adlard unter Zeitdruck arbeitet, so kann ich das bei diesem Band nicht sagen. Das Artwork ist in seiner Qualität gleichbleibend auf einem hohen Niveau. Die Graustufen von Cliff Rathburn geben dem Ganzen zusätzliche Nuancen und Tiefe.

THE WALKING DEAD ist eine der besten Serien derzeit. Grundsätzlich gilt natürlich: Genrefans kommen voll auf ihre Kosten, aber auch LeserInnen ohne Horror und Zombie Affinitäten sollten unbedingt einen Blick riskieren , denn die Serie lebt von ihren Charakteren, die sich nun dummerweise in einer Welt voller Untoter wiederfinden und nicht von Schockeffekten und Splatter.

Kirkman ist damit der große Wurf gelungen, künstlerisch sowieso, aber auch kommerziell ist THE WALKING DEAD für ein Schwarz/Weiß illustriertes Erwachsenencomic erstaunlich erfolgreich.

Band 9 ist wie seine Vorgänger ein Pageturner. Nun heißt es wieder ein halbes Jahr Nägel kauen, bis dann (hoffentlich) Band 10 erscheint.


Mittwoch, 7. Januar 2009

What's the diff between a monkey and an ape??? - Reviews 01/09

The Immortal Iron Fist 21 – Marvel – Swierczynski/ Green, Bola

Dieses Heft ist unverschämt gut! Duane Swierczynski präsentiert uns hier eine „Tales of the Iron Fist“ Story, „Iron Fist 3099“, sozusagen. Es gab ja schon 2 oder 3 dieser One Shot artigen Hefte, die andere Iron Fists vor Danny Rand beleuchteten. Das war ein genialer Kniff von Fraction und Brubaker, denn so konnten sie ihre epische Iron Fist Story noch epochaler wirken lassen.
Da Swierczynski das Konzept der beiden weiterverfolgt, und wie von Lamond letztens schon angesprochen, die Serie unerwartet sogar noch verbessert hat, hier nun sein erster „One Shot“.

Man kann diesen Swierczynski nicht oft genug loben. Bei aller berechtigten Lobhudelei für Jason Aaron, dem ich auch von Herzen den Titel „Newcomer 2008“gönne. Dann ist dieser Swierczynski eben der „Newcomer 2009“. Alle seine Arbeiten bei Marvel haben mich bisher überzeugt. Cable und Iron Fist sind die Herausragenden. Und nun dieses Heft. Alleine die ersten 5 Seiten haben mich schon umgehauen. In denen entwirft Swierczynski seine Welt und führt in die Handlung ein. Und er stellt diese neue Welt so leichtfüßig und dennoch erschreckend vor, als wäre dass, wo so mancher Author scheitert, das einfachste auf der Welt.
Sein Setting im Jahre 3099 ist düster und bedrückend. Die Story sehr dicht, Seite für Seite voller Spannung.
22 Seiten dauert die Geschichte. Keine Seite zuviel oder zu wenig. Die hohe Kunst des Comicschreibens von einem relativem Neuling in diesem Gebiet in Perfektion präsentiert.

Das Artwork von Timothy Green (Pencils, Inks) und Edward Bola (Farben) sind die perfekte Wahl.
Ist die Geschichte auch noch so düster, das Artwork ist es nicht und setzt damit einen interassenten Kontrast. Ich habe mich ein wenig an Animes erinnert gefühlt, speziell in den ersten Seiten. Das klingt jetzt erstmal komisch bei einer Besprechung von US Comics, aber es passt einfach perfekt zu dieser Geschiche. Das Artwork von Green ist sehr sauber und dynamisch. Was auffällt ist der Verzicht von Tusche für Schatten. Green arbeitet fast ausschließlich mit Linien. Die Tiefe kommt durch die Farben. Daher auch die „animeeske“ Wirkung. Green ist auf jeden Fall ein talentierter Storyteller. Die Farben von Bola sind das I-Tüpflechen des Artworks.

Fazit: Das wahrscheinlich beste Heft der Serie bisher und die wahrscheinlich beste Arbeit Swierczynskis für Marvel. Dazu das für den US Markt ungewöhnliche, schicke Artwork von Green und Bola. Und: Man kann es ohne Vorwissen der Serie genießen!!! Das ist eine absolute Empfehlung!!! Wenn ich es könnte, würde ich jeden zwingen, dieses Heft zu lesen!!!

preview auf comicbookresources.com


Billy Batson and the Magic of Shazam 3
– DC – Kunkel


Ich kann mich dem Charme dieser Serie einfach nicht entziehen. Mike Kunkel hat es geschafft, einen für mich recht langweiligen Charakter so zu präsentieren, dass ich jeder Ausgabe entgegen fiebere. Und das in einem All Ages Book!!!

Sein Captain Marvel ist perfekte Superhelden Unterhaltung für Groß und Klein. So bescheuert das jetzt klingen mag, aber das ist eine grandiose Leistung!!! Die meisten Superhelden Titel sind für Kinder unter 10 Jahren völlig ungeeignet, oftmals eher was für 14+ . Die All Ages Titel sind dann wiederum meistens völlig belanglos und für ein Erwachsenes Puplikum kaum lesbar, obwohl es auch da Ausnahmen gibt. Kunkel schafft den Spagat!

Ausgabe 3 kann problemlos das hohe Niveau der ersten Nummern halten. The Story so far: Billy lebt mit seiner Schwester allein. Neben den kleinen Problemchen des Alltags braut sich mächtig Ärger zusammen. Theo Adam ist wieder da. Er weiß zwar, dass er Black Adam ist, kann sich aber nicht an das magische Wort erinnern. In dieser Nummer schnappt er sich dann Billy und dieser kann in der Gegenwart von Theo sich nicht verwandeln, ohne das Geheimnis preiszugeben... Die Geschichte ist mit viel Humor erzählt.Es ist ein Heidenspaß, den Abenteuern Billys und Marys zu folgen, vor allem den Abenteuern des Alltags... Kunkels Artwork ist das Juwel des Comics. Man muss es einfach lieben. Man sieht dem Artwork an, wieviel Liebe und Energie Kunkel da investiert und auch was für Begeisterung für die eigene Geschichte dieser Mann hat.

Unter den vielen, vielen Superheldencomis ist BBatMoS eine kleine Perle. Ich kann jedem diese Serie ans Herz legen. 2.50 $ sind nicht viel Geld. Und man muss sich dass nicht mal monatlich „absparen“, denn Kunkel kommt nicht so wirklich hinterher. Das ist verständlich, aber auch das einzige Manko. Hoffentlich führen die Delays nicht zum Aus der Serie.

preview von BBatMoS 3 auf newsarama.com
mike kunkels blog (sehr geil!)


Unknown Soldier 3
– Vertigo – Dysart/ Ponticelli

Unknown Soldier, einer der alten DC Charaktere, die Vertigo mometan relauncht, ist in vielerlei Hinsicht eine positive Überraschung. Joshua Dysart liefert eine vollkommen gelungene, völlig runde Arbeit ab. Sein Konzept ist absolut überzeugend. Die Story spannend, komplex, aber dennoch niemals verwirrend. Jede der bisherigen 3 Ausgaben perfekt gepacet. Joshua Dysart scheint ein feste Vision seiner Serie zu haben und über die Fähigkeiten zu verfügen, diese gekonnt umzusetzen. Hält er dieses Niveau und bestätigt er sein Können mit anderen Arbeiten, ist er auf jeden Fall eine Berreicherung. Mir ist er bisher nicht aufgefallen, aber durch die Qualität dieser Hefte verspüre ich durchaus Lust, mich durch seinen Backkatalog zu wühlen.

Nach den bisherigen Geschehnissen und dem fiesen Cliffhanger des letzten Heftes geht es nun ordentlich zur Sache. Aber es sind auch genug Twists drin, die einen die Nägel abkauen lassen.
Das Heft ist sicher nichts für schwache Gemüter. Das Level an Gewalt lässt selbst abgebrühte LeserInnen zusammenzucken, ohne aber in Ennis'sche Gefilde grotesker Gewaltparodie abzugleiten. Dysart setzt die Gewalt gezielt hart und provokant ein, aber immer als Mittel für sein Storytelling und niemals ihrer selbst willen.

Ich habe es ja schon letzte Woche bei HAUNTED TANK erwähnt, das ein Setting wie dieses als Hintergrund für einen actionreichen Comic sicher strittig ist. Das weiß auch Dysart. Er umschifft aber fragliche Klippen gekonnt. Sein Comic ist aufrüttelnd, schockierend aber er verzichtet auf den Zeigefinger und erzählt das was er zu sagen hat eben in einer spannenden, unterhaltsamen Geschichte. Der Hintergrund ist akribisch recherchiert. Dysart bereiste seinen Schauplatz und ich würde ihn auf jeden Fall als Experten für dieses Gebiet einschätzen. In seinem Editorial serviert er den LeserInnen Monat für Monat harte Hintergrundfakten zu seiner Story.

Das Artwork von Penciller/Inker Alberto Ponticelli und Colorist Oscar Celestini passt hervorragend zur Geschichte. Die Pencils von Ponticelli sind modern, dynamisch und erzählen flüssig die Geschichte. Die Farbgebung ist realistisch und verstärkt die beklemmende Wirkung. Typisches, hohes Vertigo Niveau.

preview auf comicbookresources.com


Atomic Robo: Dogs of War 5
– Red5 Comics – Clevinger/ Wegener, Pattison


Die zweite Staffel von Atomic Robo verabschiedet sich nochmal mit einem Knaller. Eine Actiongeladene Story, die an und für sich für sich allein steht und nur lose Verküpfungen zu den 4 vorangegangen Nummern hat.

Der Schauplatz ist nach wie vor der 2. Weltkrieg. Im Herbst 44 soll ein Kommando unter Robo die Kanal Insel Guernsy infiltrieren und dort die V-5 der Nazis ausschalten. Die Fertigstellung dieser Waffe wird von Robos altem Kontrahenten Skorzeny beaufsichtigt. Was Robo nicht weiß, die Nazis warten schon auf ihn, denn sie benötigen ihn als Energiequelle für die Waffe...
Brian Clevinger präsentiert wieder einmal eine charmante Pulpstory voller Action und Humor. Abnutzungserscheinungen kann ich beim besten Willen nicht erkennen, höchstens am Szenario WWII. Aber das nur so am Rande, denn das Heft ist einfach zu gut, um sich an Kleinigkeiten hochzuziehen. Flott erzählt wird nicht viel Federlesen gemacht. Die Story geht los und man ist mittendrin. Selbst Robo Neulinge dürften sich ohne Weiteres zurechtfinden. Der Brüller ist Robos schottischer Kamerad, dem man auch mit viel goodwill nicht wirklich versteht. Wer jemals einen waschechten Schotten getroffen hat, wird an diesem Gag noch mehr Spaß haben.

Scott Wegener ist in Hochform, sein Artwork eine Säule dieser Serie. Ich habe ihn ja nun das ein ums andere Mal in den höchsten Tönen gelobt und kann das nur wiederholen. Das gleiche gilt für die Farben von Ronda Pattison. Schaut einfach in das unten verlinkte Preview. Modernes Artwork, ohne viel Firlefanz, größtenteils in „Widescreen“ erzählt, mit unglaublich feinem Gespür für die Situation und deren Komik. Man kann Wegener demnächst auch an einem Image Projekt bewundern. KILLER OF DEMONS 1 erscheint im März.

Eine kleine Träne hab ich ja schon im Knopfloch, da ich die nächsten Monate ohne neue Robo Comics auskommen muss. Aber Volume 3 und 4 wurden bereits angekündigt mit den verheißungsvollen Namen ATOMIC ROBO AND THE SHADOW FROM BEYOND TIME und ATOMIC ROBO AND THE FLYING SHE-DEVILS OF THE PACIFIC. Pulpherz, was willst du mehr.....

preview auf heavyink.com


Guerillas 3 – Image – Revel


Guerillas hat sich zu einer meiner derzeitigen Favoriten entwickelt. Brahm Revels Vietnam Comic um einen FNG, der bei einem Platoon Schimpansen landet, strotzt nur so vor tollen Ideen und abstrusem Humor, bleibt dabei aber immer glaubwürdig.

Die Schimpansen sind das Produkt eines Wissenschaftlers, eines Deutschen, wie könnte es anders sein. Dieser Wissenschaftler ist nun mit einem kleinem Kommandotrupp auf der Suche nach den verlorengegangen Schimpansen. Dabei hilft ein anderes Experiment, ein Pavian.
Mal ein kleines Dialogzitat. In der Szene sehen die Soldaten das erste mal den Pavian.

Soldat: „That ain't no dog... What ist that?“
Professor:“ No,no..Zis is no Hund, zis is a baboon“
Soldat: „ A what“
Professor: „A baboon. His name is Adolf.“
Soldat: „You named your monkey after Hitler?“
Professor. „ No! Zis is a common name in Germany...“
Soldat : „Somehow i doubt that...“

Ist das nicht großartig? Währenddessen wird unser Held von den Schimpansen als einer der Ihren betrachtet, zumindest geduldet und gerät in die ersten Kampfhandlungen...
Revel ist ein begnadeter Erzähler. Die Geschichte wohl strukturiert. Durch die doppelte Heftlänge hat er auch die Möglichkeit, das Pacing anders als bei einem Standartheft zu gestalten. Davon macht er geschickt gebrauch. Sein S/W Artwork steht seinem Script in nichts nach. Brahm Revel ist ein großartiger Storyteller. Ich fand sein Artwork damals in den ersten Previews nicht so sonderlich spannend. Und er hat auch kein Eyecatcher im Sinne v atemberaubender Splashpages parat. Sein Artwork zielt ganz einfach auf die Geschichte und nicht auf oberflächliche Effekte. Und das macht er perfekt! Es ist die klassische Schule des Sequenziellen Storytellings.

Im Anhang des Heftes gibt es noch einen interessanten Leserbriefteil, in dem Revel selbst die Breife beatwortet sowie ein kleines Sketchbook.

preview auf comicbookresources.com
Brahm Revels Seite

Freitag, 2. Januar 2009

Crazy Carnies, Confederate Ghosts and Americas Most Wanted - Reviews 52/08

Howdy!


Nachdem das Blog die letzten Wochen von Hobie und Lamond betreut wurde, melde ich mich zum Dienst zurück. Ich möchte mich auch nochmal ausdrücklich bei den Beiden bedanken! Es sind wirklich tolle Reviews. Falls Ihr, geschätzte Leser und Leserinnen, dieses Duo Infernale vermissen solltet, spart euch eure Trauer und ladet euch ihren neuesten Podcast herunter. Die alljährliche, langerwartete X-Mas Sonderepisode des Checklist Comicast.

Da zwischen den Jahren es etwas schwierig ist, die aktuellen US Hefte zu bekommen, zumal wenn die Feiertage so liegen wie dieses Jahr, habe ich mich nochmal durch den Stapel liegen gebliebener Hefte des November und Dezember gewühlt, zumindest durch den Stapel gelesener.


Allen Lesern und Leserinnen wünsche ich natürlich ein frohes und erfolgreiches neues Jahr!


Here we go!


Hulk #8 - Marvel - Loeb/ Adams, Cho u.v.a.


Was soll man von dieser Serie halten??? Kommt ganz drauf an. Willst du ernsthafte Comickunst voller Analogien, komplexer Charaktere und Handlungen? Save your bucks for another book. Willst du absurde Hau Drauf Action mit massig Onelinern und großartigem Artwork? Go'n fetch a copy! Jeph Loeb gibt hier seine Dissertation in „ How to write the perfect No Brainer“ ab. Oder mit anderen Worten: This book is hellacious fun!!!! Und wir haben nicht nur einen Hulk, wie haben sogar zwei davon. Double the Hulk = double the fun??? Hier geht die Rechnung vollends auf. Dieses Konzept wird nun noch auf die Spitze getrieben, in dem man uns in den Heften jetzt jeweils zwei 12-Seiten Stories serviert. Eine folgt dem Grünen Hulk nach Vegas, die andere erzählt wie She-Hulk mit ein paar nicht minder starken Feundinnen versucht den Roten zu schnappen.


Hatte ich beim letzten Heft noch Bedenken wegen dieses Kniffes, muss ich eingestehen, es ist ein Husarenstreich. Und es funktioniert sogar als Heft! Jeph Loeb ist genau der richtige Mann für diese Serie und alle Dinge, die mich sonst an ihm nerven sind hier Gold!

Selbst den Abgang von Ed McGuinness konnte man abfedern, wer hätte das gedacht! Die Story vom Hulk in Vegas zeichnet Art Adams. Und es ist eine Augenweide!!! Geinkt von Walden Wong und mit den Farben von Peter Steigerwald lässt es McGuinness zu keiner Sekunde vermissen.

Die zweite Story, She-Hulk und so, wird uns präsentiert von Frank Cho. Editor Mark Paniccia ist ein Teufelskerl, sollte es seine Entscheidung gewesen sein, Cho an die Serie zu setzen, denn Cho kann hier tun, was kein zweiter besser kann, Brutes and Babes! Und was für Babes! Coloriert wird Cho hier von Jason Keith.

Beide Artists zeichnen sich durch ein eher klassisches, sehr sauberes, tightes Artwork aus. Keine Experimente also. Hier meine ich das durchaus als Kompliment, denn, auch wenn ich mich wiederhole, es passt einfach perfekt!!!

Die Serie krankte ja vor allem an den fetten Delays. Ed McGuinness ist bei allem Lob eben leider nicht der schnellste. Für Schnelligkeit sind nun Art Adams und Frank Cho auch nicht gerade bekannt, aber 12 Seiten sollten doch drin sein im Monat.

Man bekommt also eine ordentliche Portion Superhelden Wrestling nebst hochklassigem Artwork für die Dollars.

Ein Kritikpunkt wäre noch die mangelnde Bindung an den Rest des MU. Continuity Freaks werden verzweifeln. Aber, Hand aufs Herz, darüber sieht man bei dieser perfekten Unterhaltung doch mal gerne hinweg.


The Invicible Iron Man 8 –Marvel - Fraction/ Larroca, D'Armata


Auch ich war beim Lesen von Secret Invasion #8 aus verschiedenen Gründen ein wenig enttäuscht. Aber ich will hier gar nicht Marvels Event bashen. Es hat mir durchaus vergnügliche Stunden bereitet und bei manchen Cliffhangern kaute ich mir definitiv die Nägel ab. Auf was ich eigentlich hinaus will, ist der neue Status Quo.

In SI#8 wirkt das auf mich alles ein wenig zu sehr gewollt, aber letzendlich bleibt dann doch dieser sehr interessante Status Quo, der das Marvel Universum auf den Kopf stellt und hervorragenden Stoff für neue Geschichten bietet. Und an keine Serie profitiert davon so wie Iron Man.

Matt Fractions On Going war vom Start weg eine der besten Marvel Serien, aber durch die Dark Reign Verwirrungen wird sie nochmals aufgewertet. Ich bin mir sicher, ich bin nicht der einzige Wendnesday Addict, bei dem allein beim Gedanken an die neue Richtung von Iron Man das Geek kribbeln ungeahnte Ausmaße annimmt.


Spoiler ahead!!!


Was ist passiert??? Norman Osborn erlegt die Skrull Queen und Iron Man/ Tony Stark wird zum Sündenbock für die gesamte Invasion gemacht. S.H.I.E.L.D. gibt es nicht mehr etc.. Nun will Norman zugang zur Superhelden Datenbank des SHRA. Tony verweigert ihm den Zugriff und läd heimlich eine Art Virus in die Datenbank. Als Osborn versucht diese zu öffnen, löscht das Virus sämtliche Daten. Die einzige Kopie befindet sich.... in Tonys Kopf!!!!

Das ist so die grobe Zusammenfassung. Tony wird also zum Gejagten. Nach Civil-War-Asshole Tony und Redemption Tony kriegen wir jetzt den Underdog-Supehero Tony. Und das ist so gut!!! Marvel und natürlich auch Fraction machen hier alles richtig und machen aus dem Unsympath der letzten Jahre einfach mal wieder eine Figur, die man gut finden MUSS! Interessant und vielschichtig war der Charakter in den letzten Jahren immer, aber nun hat sie eben auch jenen Charme zurück, dem man sich sich schwer entziehen kann.

Salvador Larroca ist wie immer solide. Sein Artwork erzählt die Geschichte, sieht gut aus, lässt Art Junkies aber auch nicht gerade vor Freude im Dreieck springen. Aber das ist wohl auch der Auftrag. Massenkompatibilität. Das ist an so einer Serie auch völlig in Ordnung und soll nicht negativ aufgefasst werden.Das einzige was mich an Larrocas Tony Stark stört ist der der Schnauzer. Also bitte. Die allergrößte Härte sind Oberlippenbärte!!! Ein Playboy wie Tony Stark soll so eine Entgleisung tragen??? Die 70er sind vorbei.... Hat man etwa Robert Downey jr. mit Pornobalken rumrennen sehen???

btt: Frank D'Armatas Farben geben dem Artwork einen realistischen Anstrich. Er passt mit seiner Pallete sehr gut zum erdigen Stil der Serie.

Iron Man in Topform und ich orakel mal: das wird einer der Knüller 2009!!!
Kaufen, kaufen, kaufen!!!



Preview von Iron Man #8 auf ign.com



Fear Agent 25 –Dark Horse - Remender/ Moore, Loughridge


Alles, was ich über Fear Agent in früheren Blogs schrieb, kann ich eigentlich via copy/paste ganz einfach hier verwenden.

Rick Remdender ist ein Teufelskerl!!! Sein Fear Agent ist eine der besten Serien derzeit am Markt und bietet einfach alles, was ich an einem Comic sehen will. Abgedrehte Charaktere, verzwickte Geschichten, ein gesundes Maß kranker Gewalt, bissigen Humor etc, etc.. Das er seine Space Opera mal wieder in ein anderes Genre presst, mag erst einmal Verwirren, ist aber auch witzig, denn man weiß nie so recht was einen so erwartet und gut ist es IMMER!!!

In diesem Arc also Western. Heath strandete auf einem Planeten und nach einigen Verwicklungen findet er sich in einem Wild West Szenario wieder. Dummerweise scheint er ein gesuchter Mann zu sein... Remender klärt hier den Twist auf und wieder einmal bin ich überrascht und denke mir: wow, hat der das eigentlich alles geplant oder ist das nur Zufall? Wie dem auch sei, es ist einfach großartig.

Zeichner Tony Moore ist auch groß in Form, ebenso wie sein Compagnon Lee Loughridge an den Farben. Als Inker ist John Lucas am Werk, den man wohl am ehesten von Civil War: Frontline oder The Exterminators kennt. All in all spektakuläres Artwork.

Der Wermutstropfen: die Hauptstory ist wieder nur 16 Seiten lang. Man bekommt aber noch eine Tales of the Fear Agent Back Up Story von Hilary Barta und Mike Nelson. Diese ist ganz solide, kann mich aber nicht so von Hocker hauen wie die Letzte.

Ich kann es nur immer und immer wieder sagen: wer Fear Agent nicht liest, der soll sich nie wieder über die mangelnde Auswahl hochkarätiger Serien beschweren.

Man hat 2009 übrigens ein gute Gelegenheit aufzuholen. Nach Abschluss des Arcs wird es eine kleine Pause geben, da Artist Jerome Opena, üblicher Weise im Wechsel mit Moore, zusammen mit Remender die neue Punisher Serie übernommen hat. Moore wird dann auch den nächsten Arc übernehmen, aber erst im Sommer. Man kann also Monat für Monat sich ein Trade leisten, mit diesem Arc sind es dann fünf, und ist im Sommer up to date und bereit für die neuesten Abenteuer von Heath Huston.



preview von Fear Agent 25 auf ugo.com


Haunted Tank 1 – Vertigo – Marrafino/ Flint, Loughridge


Diese 5-teilige Mini, mit der Vertigo mal wieder einen alten DC Charakter zeitgemäß relauncht, verspricht großen Spaß!

Irak 2003. Der Panzer von Sgt. Stuart und seiner Crew gerät in einen Hinterhalt. Gerettet werden sie durch den Geist des Konföderierten Kavallerie Generals Jeb Stuart, der von Zeit zu Zeit seinen Nachkommen in den nun neuen Waffengattungen unter die Arme greift. Nun ist dieser Sgt. Stuart auf diesem Panzer aber ein wenig, sagen wir aufgebracht, über den unerwarteten Schutzgeist.

Er ist schwarz, stolz und für die Werte der Konföderation verständlicherweise nicht gerade zu begeistern. Und das dieser Jeb Stuart auch noch behauptet ein Ahn zu sein, macht die Sache nicht besser.

Ein herrlich absurdes Szenario in einem zugegebenermaßen strittigem Setting. Aber mal ehrlich, Krieg taugt nun mal als Hintergrund für eine actiongeladene Story, das sie Menschen in Extremsituationen wirft, die es sonst nicht gibt. Author Frank Marrafino (The Dark Goodbye) hat hier ein rasantes Skript hingelegt. Das Konfliktpotenzial ist enorm, seine Sprache schön schnoddrig, der Humor subtil und bissig. Das erste Heft lässt keine Wünsche offen.

Die Pencils und Inks stammen vom Briten Henry Flint. Seine Vita umfasst einige interessante Arbeiten, gelesen habe ich aber bisher nichts von ihm. Sein Artwork passt auf jeden Fall wunderbar zu Vertigo. Sehr sauber, klares Storytelling, schön anzusehen. Die Farben steuert Lee Loughridge bei und obwohl er sich etwas zurückhält, sieht es immer noch schön knallig aus.

Wie schon bei The Unknown Soldier ist der Relaunch durchaus Gelungen!



Spider-Man Noir 1 – Marvel - Hine, Sapolsky/ Giandomenico

Die ersten Teaser Bildchen tauchten ja noch unkommentiert zur San Diego ComicCon auf. Da wurde dann im Internet getuschelt. Ein neues Event? Frank Millers Rückkher zu Marvel?

Alles falsch. Unter dem zusatz Noir veröffentlicht Marvel Minis, die die Charaktere des House of Ideas in eine andere Umgebung schickt. Genauer gesagt in die Frühen dreißiger Jahre. Die Zeit der Gangster, korrupten Bullen, coolen Privatdetektiven und der veruchten Frauenzimmer.

Den Anfang machten die X-Men, kurz darauf folgte Spidey. An die X-Men Story kam ich noch nicht so richtig ran, aber Spider-Man Noir hat mich umgehauen. Was das Team da abliefert verspricht großes Kino zu werden. Das erste Heft ist nahezu perfekt.

David Hine (Daredevil:Redemption, X-Men:198, Son of M, Spawn) und Fabrice Sapolsky erzählen einevon Anfang an spannende Geschichte. Narrator der Story ist Ben Urich. Durch ihn bekommen wir Einblicke in das depressionsgebeutelte New York und erfahren, dass Ben Parker, Gewerkschafter und (wahrscheinlich) Kommunist vom Mob umgebracht wurde. Aber der Mob handelte auch nur im Auftrag der Mächtigen. May Parker führt nun den Kampf ihres Mannes fort und wird auch von den Schlägern des Mobs ( die Enforcer!) bedroht. Ihr Neffe Peter geht dazwischen. Nur das Eingreifen Ben Urichs verhindert schlimmeres. Als Mann der Presse unantastbar, macht er Peter zu seinem Assistenten und führt ihn in die Geheimnisse der Stadt ein.

Das ist mal grop die Handlung. Die Story ist sehr dicht und atmosphärisch, man wir förmlich hineingezogen. Das I-Tüpfelchen sind die ganzen Schurken. Hine und Sapolsky machten aus Spideys Rogue Gallery ehemalige Carnies, also „Rummelleute“, Schausteller, die von Osborn angeheuert wurde. Das erklärt ziemlich plausibel diese Freaks. Der Kracher ist hier Adrian Toomes.

Das Artwork stammt vom Italiener Carmine di Giandomenico, mir noch in bester Erinnerung für Zeb Wells' geniales „Daredevil: Battlin' Jack Murdock“. Es ist ein Augenschmaus und sein Stil passt hervorragend zu dieser Art Geschichte.

Spider-Man Noir #1 ist ein absoluter Treffer und die Mini scheint ein Highlight zu werden.



preview von Spider-Man Noir auf marvel.com

Montag, 15. Dezember 2008

Lamond's Dark Reign comes to an end!


Marvel Boy – Marvel – Grant Morrison / J.G. Jones

Der Grund weshalb ich an dieser Stelle dieses Premier-Hardcover bespreche ist zweifach: Einerseits stehen die Festtage vor der Tür und damit ihr euer Weihnachtsgeld nicht wie gewöhnlich in Black Jack, Huren oder schlimmer noch, für Geschenke an eure Liebsten verschleudert, möchte ich sinnvollere Investitionsmöglichkeiten nahe legen. Andererseits wird Marvel Boy im neuen Status Quo des Marvel Universums eine entscheidende Rolle spielen, weshalb es Sinn macht, sich ein wenig mit dessen Backstory auseinanderzusetzen.

Wer meinen Comic Geschmack kennt, weiss, dass ich eine „spezielle“ Beziehung zu Mr. Morrisons Schreibstil pflege. In anderen Worten, ich halte ihn für einen ziemlich überschätzen, sich viel zu wichtig nehmenden, möchte-gern-horizont-erweiternden Hobby-Magier, der dazu tendiert, das Storytelling unnötig zu verkomplizieren um den Anschein von Tiefe in seinen Geschichten zu erwecken, in dem er den Lesern – die nicht zu seiner sektenähnlichen Gefolgschaft gehören – das Gefühl vermittelt, sie seien nicht würdig, seine Geschichten auf Anhieb zu verstehen, weil sie seine Bewusstseinsebene nicht teilen und dies auch niemals tun werden. Sieht man allerdings davon ab, stellt man schnell Fest, dass hinter dieser ärgerlichen Fassade ein äusserst talentierter Autor steckt, der durch seine Originalität und seinen Ideenreichtum glänzt und dies noch mehr tun würde, wenn er sich nicht ständig selbst im Weg stehen würde.

Zu diesem Schluss kam ich nicht zuletzt durch diesen Titel, MARVEL BOY. Die Geschichte wird im Grunde aus der Perspektive eines Ausserirdischen erzählt, dessen Motivation zwar falsch aber nachvollziehbar ist. Dabei gelingt es Morrison innerhalb einer 6-teiligen Miniserie sowohl eine fortlaufende Geschichte als auch sog. „Done-in-one-Hefte“ zu verbinden, was in der heutigen Zeit wohl eher die Ausnahme darstellt. Da es sich hierbei um einen Morrison Comic handelt, werdet ihr euch fragen: Versteht man die Story auf den ersten Leseversuch, oder muss man das ganze vier Mal durchlesen und sich anschliessend für eine der unzähligen im Internet zum Angebot stehenden Interpretationsmöglichkeiten entscheiden? Die Wahrheit ist, die Geschichte erstaunt durch ihre inhaltliche Geradlinigkeit. Morrison weiss durchaus auch hier durch befremdliche Konzepte zu begeistern, aber insbesondere das atemberaubende Artwork von J.G. Jones macht aus diesem Comic ein einzigartiges Erlebnis.

Was ich Morrison nicht zugetraut hätte ist auch das geschickte Spiel mit verschiedenen Mythen des Marvel Universums, was sich nicht zuletzt in einem neuen Bösewicht spiegelt, der inhaltlich als auch graphisch eine Hommage an diverse Marvel Ikonen darstellt. Natürlich muss man die übliche Kritik an der kapitalistischen Konsumgesellschaft, die mit der Subtilität eines Vorschlaghammers vermittelt wird, über sich ergehen lassen, aber das ist auch die einzige Schwachstelle dieses Comics.

Natürlich sollten auch ein paar Worte zu J.G. Jones verloren werden. Er ist in der Tat ein Meister seines Fachs. Nicht nur weil sein Artwork als generell leicht zugänglich gilt, sondern weil er mit seinen atemberaubenden Designs Morrisons verrückte Ideen fantastisch umsetzt, wovon schliesslich das Storytelling enorm profitiert.


Secret Invasion Front Line #5 – Marvel – Brian Reed / Castiello

Am Ende jeden Comic Events ist die Entrüstung einiger lautstarker Fans so sicher wie das „Amen“ in der Kirche. Ein Grossteil dieser Kritik ist völlig irrational und albern. Nach SECRET INVASION waren insbesondere fundamentalistische DC Fans, die sich nach der massiven Demütigung ihres geliebten Verlags durch die Konkurrenz über das gesamte letzte Jahr, ihren Ressentiments freien Lauf lassen, unter den albernsten. Dies erkannte man nicht zu letzt an der Gehaltlosigkeit und Infantilität ihrer Kritik. („Namor ist so doof! Dr. Doom ist auch doof! Emma ist erst recht doof! Lady Loki ist noch ein Stück doofer! The Hood ist am doofsten!“ usw.).

Tatsache ist allerdings, dass SECRET INVASION ein Event mit vielen Schwächen war. Ähnlich wie bereits HOUSE OF M, wurde das Ganze unnötig in die Länge gezogen. Anstatt sich auf die psychologische Ebene der Invasion durch Ausserirdische einzugehen, wurde ein ziemlich unspektakuläres Aktion-Spektakel präsentiert. Doch der neue Status-Quo am Ende der Mini-Serie hat das Ganze gerettet. DARK REIGN ist eine organische und nachvollziehbare Entwicklung, die viele neuen Geschichten ermöglicht und den Helden die Gelegenheit geben wird in einem düsteren Umfeld heller zu strahlen als je zuvor. Einer dieser Helden – viele mag das erstaunen, ist Ben Urich, der Chef-Redakteur von FRONTLINE, das liberale Konkurrenzblatt zum DB (Daily Bugle, nach der Übernahme von Dexter Bennet). Im letzten Heft einer bisher unbeeindruckenden Tie-in Mini-Serie, SECRET INVASION FRONTLINE, bekommen wir einen Vorgeschmack dessen, wie sich die wahren Helden während der dunklen Herrschaft profilieren werden.

SECRET INVASION FRONTLINE #5 war meiner Meinung nach inhaltlich das wohl beste Heft des gesamten Events. Ben Urich, der während der gesamten Invasion insbesondere an seiner Hilflosigkeit zu leiden hatte, versucht am Ende dieses Alptraums seine Beobachtungen niederzuschreiben. Doch der Schock sitzt noch tief. Nicht zuletzt deshalb, weil der Mann, den er vor einigen Jahren als den GRÜNEN KOBOLD outete (nachzulesen in THE PULSE) nun die mächtigste und beliebteste Persönlichkeit des MARVEL UNIVERSUMS ist. Doch im Gegensatz zu den Skrulls muss er diesen Alptraum nicht hilflos hinnehmen. Er kann kämpfen, denn bekanntlich ist die Feder mächtiger als das Schwert. Diese Erkenntnis löst seine Blockade und läutet eine aufregende neue Etappe im Marvel Universum ein.



The Immortal Iron-Fist #20 – Marvel – Swierczynski / Foreman / Heath

Als bekannt wurde, dass Brubaker und Fraction IRON FIST nach nur 16 Heften verlassen würden, nachdem sie der Serie innert kürzester Zeit zu Kultstatus verholfen hatten, war die Entrüstung bei der Leserschaft gross. Hinzu kam, dass ein absoluter No-Name Autor die Nachfolge antreten würde, Duane Swierczynsi, derselbe Autor, den ich letzte Woche bei der CABLE Besprechung in höchsten Tönen gelobt hatte. Doch damals wusste niemand, wie gut er wirklich sein würde und selbst die grössten Optimisten hätten in ihren wildesten Träumen nicht zu hoffen gewagt, dass er an die Qualität seiner Vorgänger anknüpfen würde.

Ich kann es selbst nicht glauben, aber die Serie wurde besser und zwar erheblich. Die Serie schreitet schneller voran ohne jedoch dem Legacy-Mythos, den Brubaker und Fraction auf die Beine gestellt haben, untreu zu werden. Swierczynski behält den Ton bei und hebt gleichzeitig die Charaktere gegenüber dem Konzept in den Vordergrund. Bei meinen persönlichen Awards hat dieser Mann gute Chancen, sich den Titel „Best New Comic Writer 2008“ zu sichern und zwar noch vor Jason Aaron, der mit Ghost Rider beinahe ein Wunder vollbracht hat.

Aber auch das Artwork von Travel Foreman gilt es zu loben. Es mag zwar nicht für jedermann augenblicklich zugänglich sein, aber es ist sehr atmosphärisch und passt perfekt zur vermittelten Stimmung. Leider entspricht die Höhe der Verkaufszahlen nicht der Höhe der Qualität, weshalb ich nur hoffen kann, dass die Serie dem unausweichlichen Schicksal der Einstellung noch ein paar Monate trotzen kann.


Amazing Spider-Man #582 – Marvel – Waid / Martin

Mit Brand New Day hat Marvel unter Beweis gestellt, dass oftmals ein uninspirierter Event fantastische Konsequenzen für eine Franchise zur Folge haben kann. Niemand bezweifelt, dass die Mephisto-Lösung etwas forciert war und dass es sicherlich elegantere Möglichkeiten gegeben hätte, Spider-Man von einem Punkt zum anderen zu bringen. Doch dies ändert wiederum nichts an der Tatsache, dass die Serie momentan zu begeistern vermag, und zwar in jeglicher Hinsicht.

Spider-Man ist wieder ein Charakter, der weniger Zeit darauf verwendet über Verantwortung nachzudenken und mehr damit, nach dieser zu handeln. Neben den kontinuierlich laufenden Subplots, die nebenbei je länger je interessanter werden, erlebt Spider-Man auch wieder kürzere Abenteuer. Eines davon in diesem Zweiteiler. Spider-Man muss eine Gruppe von Menschen retten, die bei einem Anschlag auf die U-Bahn verschüttet wurden und als wäre das nicht genug, muss er auch noch einen altbekannten Superschurken das Handwerk legen – Schocker. Natürlich klingt das nicht revolutionär, aber die Wahrheit ist, die Geschichte wirkt authentisch und trifft alle emotionalen Töne, die man von einem guten Spidey Comic erwartet: Es ist dramatisch, es ist witzig, es ist liebenswert und man fiebert über die ganze Zeit mit dem Haupthelden mit. Was will man mehr?

Ich kann euch sagen was: Marcos Martin. Der Zeichner macht unglaublich Freude, nicht zuletzt deshalb, weil sein Stil doch ziemlich stark an Steve Ditko erinnert. Er gehört momentan sicherlich zu den besten Spidey-Zeichnern. Geschrieben wurde dieser Zweiteiler übrigens von Mark Waid, der nun endlich die Chance bekommt Spider-Man zu schreiben, nachdem er bei seinem letzten Marvel Engagement kurz davor war (Er hätte ursprünglich FRIENDLY NEIGHBORHOOD SPIDERMAN schreiben sollen), bevor er dann überraschenderweise zu DC gewechselt ist.


The Astounding Wof-Man #10 – Image – Kirkman / Howard

Er hat es wieder geschafft, dieser Kirkman. Er hat eine Serie kreiert, die ähnlich wie Invincible den Leser in gnadenlos in ihren Bann zieht. Gleich geblieben ist übrigens auch der ziemlich langsame Start der Serie, durch den ihm viele Leser durch die Lappen gegangen sind. Wie bereits bei Invincible brauchte Astounding Wolf-Man ganze 7 Hefte, bis der unausweichliche Twist kam, mit dem aus einer durchschnittlichen Superhelden Serie eine umwerfende kleine Superhelden Soap wurde, von der man nicht mehr loskommen kann oder will.

Die Ausgabe widmet sich vor allem der Backstory des mysteriösen Vampirs, Zechariah. Und wie gewöhnlich zeigt Kirkman, dass er alle möglichen Klischees kennt und diese wie kein anderer zum Vorteil der Geschichte nutzt, ob er sich nun auf sie einlässt oder sie andeutet und anschliessend elegant umgeht. Fleissig und erfolgreich arbeitet er daran einen hoch spannenden Mythos um die Welt der Werwölfe und Vampire aufzubauen. Meiner Meinung handelt es sich hierbei um die eine Aufgabe, an der entsprechende Genre-Filme regelmässig gescheitert sind.

Als weiteres „Goody“ muss man Kirkmans neue Sicht der Dinge erwähnen. In einem „Manifest“ hat er im Sommer erklärt, nur noch an „Creator-owned“-Serien arbeiten zu wollen. Obwohl der Inhalt dieses Manifests hauptsächlich Blödsinn war, hatte das ganze durchaus positive Auswirkungen für seine Image-Serien. Seit einigen Monaten erscheinen sie rechtzeitig, was dem Lesespass durchaus zuträglich ist. Insofern gibt es keinen Grund, auf diese Serie zu verzichten.

So, das wars auch schon für unseren Gastauftritt bei diesem hervorragenden Review-Blog. Wir danken herzlich dafür, eingeladen worden zu sein und freuen uns bereits auf die Reviews des richtigen Bloghosts!

Donnerstag, 4. Dezember 2008

"Anti-Life justifies my reviews!"

Final Crisis:Resist -Rucka/Trautman/Sook

Die Unbeholfenheit, mit der DC ihr aktuelles Sommer-Event FINAL CRISIS im Vorfeld geplant und vermarktet hat, kann eigentlich nur als Selbstsabotage bezeichnet werden. Angefangen hat es damit, dass man einen der langsamsten Zeichner, J.G. Jones, an die terminsensible Mini-Serie setzte, was neben den üblichen Verspätungen zur Folge hatte, dass mehrere Aushilfszeichner eingesetzt werden mussten. Des Weiteren schien niemand bei DC fähig oder gewillt zu sein, den potentiellen Kunden die Prämisse hinter FINAL CRISIS zu erklären, was sich nicht zuletzt in einem relativ bescheidenen kommerziellen Erfolg der Serie äusserte. Doch was geradezu an Kundenbetrug grenzte war die Tatsache, dass kurz nach Erscheinen von FINAL CRISIS #1 bekannt wurde, dass CONTDOWN TO FINAL CRISIS, die wöchentliche Serie, die das Event thematisch hätte einleiten sollen, wenig bis nichts mit dem Hauptevent zu tun hatte. Es versteht sich also von selbst, dass die Erwartungen an den Inhalt einer so miserabel vorbereiteten Serie – zu mindest von meiner Seite – sehr gering waren.

Ich gestehe allerdings, dass mich die Qualität des Events bisher überzeugt hat. FINAL CRISIS ist nicht revolutionär oder wahnsinnig originell, aber die Umsetzung durch Grant Morrison – der für seine Verhältnisse überraschend verständlich schreibt – und Greg Rucka (Final Crisis Revelations, Final Crisis Resist) ist äusserst mutig. FINAL CRISIS handelt von der Apokalypse und zwar genau so, wie man sie sich in einem zeitgemässen Superhelden-Setting vorstellt: hart, schnell und hoffnungslos.

RESIST wirft einen Blick auf eine der wenig verbliebenen Widerstandszellen im DCU nach der Übernahme durch Darkseid. Von pathetischen Ansprachen und unglaubwürdigen Heldentode werden wir weitestgehend verschont. Zu sagen ist, dass mir der Cast weitgehend unbekannt war. Ich habe Ruckas CHECKMATE Serie nicht gelesen und in der Folge kannte ich nur wenige Charaktere, was aber den Lesespass nicht im Geringsten getrübt hat. Die Handlung war klar und im Gegensatz zu vielen solcher Event-Tie-ins bzw. Event-Nebengeschichten, bringt FINAL CRISIS RESIST die Handlung der Hauptserie tatsächlich weiter und zwar auf logische Art und Weise. Das Artwork von Ryan Sook ist passend, nicht zuletzt deshalb, weil er offenbar versucht hat seinen Stil an denjenigen von J.G. Jones anzunähern.


Ich komme also zum Schluss: FINAL CRISIS RESIST ist wie das gesamte Event bisher, "unwiderstehlich" und in der Folge solltet ihr euch dieser Kaufempfehlung "unterwerfen".

Preview auf Newsarama

X-Factor #37 – Marvel – David – De Landro


Die aktuelle X-FACTOR Ongoing gehörte über lange Zeit zu meinen unangefochtenen Lieblingsserien, was auf Peter Davids intelligente Charakterisierungen und eleganten Plots zurückzuführen war. Ebenfalls beachtlich war, wie gekonnt der Autor die Serie in die laufenden Events zu integrieren vermochte. Mit HOUSE OF M gab man den Hauptcharakteren eine Daseinsberechtigung und einen der mit Abstand interessantesten neuen Marvel Charakter der vergangenen 20 Jahre, Layla Miller. CIVIL WAR ermöglichte eine Abgrenzung X-Factors von den restlichen Mutanten und verdeutlichte ihre Stellung im Marvel Universum. Erst durch MESSIAH COMPLEX, ein an sich sehr gelungenes Mutanten-Event, geriet die Serie ins Straucheln und zwar gewaltig. Layla Miller, von der man ahnte, dass sie das Herz und Seele der Serie war, wurde in die Zukunft und die Serie dadurch in die Mittelmässigkeit verbannt. Was für eine Überlegung hinter diesem kreativen Schritt steckte, entgeht mir. Es ist schliesslich nicht so, als würde Layla in einer anderen Serie verwendet. Sie steckt lediglich in einer (natürlich) post-apokalyptischen Zukunft fest und dreht Däumchen.

Währendessen leidet die Serie an Einfalls- und Orientierungslosigkeit. Als wäre das nicht genug, setzte man kurzerhand Larry Stroman als neuen Zeichner an die Serie, was man offenbar nur damit erklären kann, dass die verantwortlichen Redakteure X-FACTOR blind sind oder die Serie eingestellt sehen wollen. Stromans grösstes und einziges Talent ist es nämlich, andere Zeichner wesentlich besser da stehen zu lassen als sie in Tat und Wahrheit sind.

So z.B. Valentine De Landro, der mit Ausgabe #37 zur Serie zurückkehrt und Stroman hoffentlich langfristig ablöst. Sein Stil erinnert an die ersten Ausgaben der Serie, als noch Ryan Sook den Bleistift schwang. Aber auch inhaltlich kehrte die Serie mit dieser Ausgabe beinahe zu alter Stärke zurück. Der Plot ist elegant mit den Charakterisierungen verwoben und auch sonst spürt man etwas vom alten Zauber. Eigentlich fehlt nur noch eine Zutat um die Serie wieder langfristig an die Spitze der besten aktuellen Comic Serien zu katapultieren: Layla Miller. Aber es besteht Hoffnung, denn auch wenn Layla nicht zurückkehrt, so kann man sich spätestens nach dieser Ausgabe wieder auf frisches Mutantenblut freuen, zumal die Geburt von Madrox und Siryns Baby steht unmittelbar bevor.



Resurrection Annual #1 – Oni Press – Guggenheim – Dabbs

Böse Zungen – nicht meine, ich habe eine gute, wenn nicht gar atemberaubende Zunge – fragen sich, ob anstelle von „Wiedergeburt“ nicht „Totgeburt“ passender als Serientitel gewesen wäre, zumal die Serie von Begin weg von massiven Verspätungen geplagt und von Fans und Presse weitestgehend ignoriert wurde.

Tatsache ist, dass selbst jemanden wie mir, dem langsame Entwicklungen nichts ausmachen und für den Charakter- und Dialoglastigkeit zum Aufregendsten gehört, was Comics zu bieten haben, die Serie einen Tick zu langsam war. Im Nachhinein wurde bekannt, dass Marc Guggenheim dies von Anfang an als TV-Serie geplant hatte. Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, dass das Comics als Medium ungeeignet sind, um eine Geschichte zu erzählen, die - trotz der Alien-Rahmenhandlung – von Begin an als eine Erforschung der menschlichen Verfassung unter Extrembedingungen geplant war. Schliesslich hatten andere Autoren mit vergleichbaren Projekten teilweise massiven Erfolg, so z.B. Robert Kirkman mit THE WALKING DEAD.

RESURRECTION wurde aufgrund des Misserfolges nach nur sechs Heften und einem Annual eingestellt. Bevor ich das Annual gelesen hatte, stand ich dieser Entwicklung ziemlich gleichgültig gegenüber. Aber mit diesem letzten Heft, wurde schmerzlich klar, welches Potential in der Serie gesteckt hat. Guggenheim übertrifft sich darin selbst, in dem er den Leser Spannung, überraschenden Plot-Twists und einer der aufrichtigsten und rührendsten Darstellung des Menschen als solchen bot.

Das Artwork von Douglas Dabbs ist zwar nichts Aussergewöhnliches, aber das ist angesichts des überwältigenden Inhalts sekundär. Für mich ist dieses Heft ein ernsthafter Anwärter auf den Titel „BEST SINGLE ISSUE 2008“.


Cable #8 – Marvel – Swierczynski – Olivetti

Hätte man mich vor nicht all zu langer Zeit gefragt, welche der aus MESSIAH COMPLEX hervorgegangenen X-Serien, die beste sein würde, CABLE wäre sicherlich nicht meine Antwort gewesen. Einerseits habe ich für den Charakter nicht sonderlich viel übrig und anderseits war Duane Swierczynski damals noch ein völlig unbeschriebenes Blatt, zumindest in der Welt der Comics.

Zugegeben, die ersten paar Hefte waren etwas decompressed, aber schnell wurde klar, dass dieser Erzählstil perfekt zum Inhalt der Serie passte. Cable hat das in MESSIAH COMPLEX geborene Mutanten-Kind in seine Obhut genommen, von dem einige meinen, es sei der Erlöser der Mutanten und andere wiederum, es sei der Anti-Christ. Zu letzterer Kategorie gehört Lucas Bishop, der sich bereits in MESSIAH COMPLEX als Verräter entpuppte und demzufolge das Kind mit aller Kraft eliminieren möchte, weshalb er sich gezwungen sieht Cable in die Zukunft zu folgen.

Doch Duane Swierczynski lässt sich nicht dazu hinreisen, einen eindimensionalen futuristischen Western zu schreiben, der auf eine finale Konfrontation zwischen dem guten und den bösen "Cowboy" hinausläuft. Vielmehr konzentriert er sich auf eine ausgesprochen ausgereifte Charakterisierung von Nathan Summers. Indem er die Geschichte bis zu einem gewissen Punkt aus dessen Ich-Perspektive schreibt, verleiht er einem ansonsten gewöhnlichen post-apokalyptischen Abenteuer die nötige emotionale Tiefe und Sensibilität, wodurch eine aufregende neue Serie entsteht.

Allen Continuity-Besessenen, die sich gerade fragen, wie wichtig die Serie für die restlichen X-Serien ist, kann ich sagen, dass Scott Summers a.k.a. Cyclops und Emma Frost die wohl wichtigsten Nebencharakteren der Serie sind, womit auch klar sein dürfte, dass die Geschichte nicht ausschliesslich in der Zukunft spielt. Vielmehr wird hin und her gewechselt, zwischen der Zukunft und der Gegenwart, wobei das Konzept der Zeitreise ziemlich klar und unkompliziert dargestellt wird.

Ariel Olivetti ist sicher kein Musterbeispiel für sequentielles Storytelling. Sein Artwork ist zugegebenermassen ziemlich statisch. Gleichzeitig ist es aber auch wunderschön und kohärent. Alles in allem ist CABLE – wie ich bereits angedeutet habe – die beste X-Serie post MESSIAH COMPLEX.



Ghost Rider #29 – Marvel – Aaron – Huat

Mir ist bewusst, dass Hobie vergangene Woche bereits ein Ghost Rider Heft in seinen Top 5 vorgestellt hat (Ausgabe #28) und müsste ich nicht die fünf besten Hefte besprechen, hätte ich es vermieden nochmals von derselben Serie zu sprechen. Aber Tatsache ist – möge Zadkiel meiner Seele gnädig sein – GHOST RIDER ist zurzeit Marvels aufregendste Serie. Was Jason Aaron aus dem Trümmerhaufen, den sein Vorgänger ihm vor 10 Heften hinterliess, gemacht hat, ist mehr als nur beeindruckend. Aaron beweist damit, dass es in der Tat keine schlechten Ideen gibt, sondern nur schlechte Umsetzungen.

Inhaltlich gibt es meiner Meinung nichts zu beanstanden. Es ist in der Tat eine Serie, die seit Aarons Übernahme kontinuierlich perfekte Unterhaltung liefert. Das Problem, darüber sind sich viele Leser einig, scheint Tan Eng Huat zu sein, der Zeichner. Und bis vor kurzem gehörte auch ich zu seinen heftigsten Kritikern. Aber die Wahrheit ist, Huat hat mich mittlerweile von seinem, zugegebenermassen sehr gewöhnungsbedürftigen, Stil überzeugt. Insbesondere in diesem Heft liefert er teilweise atemberaubende Splash-Pages, in denen sich die beiden Protagonisten in Ghost-Rider Gestalt einen epischen Kampf vor der Kulisse der tibetischen Berglandschaft liefern. Hut ab, Mr. Huat (Heh!). Das Problem an diesem Zugeständnis ist, dass ich nun wohl mit Hobie in Sachen Artwork übereinstimme, was nach ältesten Prophezeiungen nur bedeuten kann, dass die Hölle zugefroren ist und die Apokalypse bevorsteht.

Aber ernsthaft, wer diese Serie nicht liest – und betrachtet man die Verkaufszahlen, so gibt es davon viel zu viele – sollte dies schleunigst nachholen, denn es handelt sich hier um einen dieser sog. Kult-Runs, der in wenigen Jahren in den höchsten Tönen gelobt und für unerhörte Preise auf Ebay weggehen wird. Also, wenn ich euch schon nicht von der Qualität überzeugen konnte, so holt euch die Hefte zumindest aus spekulativen Gründen. So oder so, jeder gewinnt.

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